IV. Einfache Gesellschaft

Noch einfacher als beim Verein ist die Gründung der einfachen Gesellschaft (die allerdings im Unterschied zum Verein keine juristische Person ist).

Konstituierend für die Gesellschaftsbildung ist allein der Wille, einen bestimmten Zweck als Gegenstand einer gemeinsamen vertraglichen Pflicht gemeinsam zu verfolgen (Art. 530 OR). Der Zweck kann auch ein (oft ist das der Fall) kurzfristiger Zweck sein, zum Beispiel die gemeinsame Miete eines Autos oder im wirtschaftlichen Bereich die Erstellung eines Autobahnteilstücks («ARGE Südumfahrung») oder die Ausgabe einer Anleihe.

Konstituierend ist der Wille, einen bestimmten Zweck gemeinsam als Gegenstand einer vertraglichen Pflicht zu verfolgen, und nicht der Wille, eine Gesellschaft zu gründen. Die Gründung der einfachen Gesellschaft erfolgt aus diesem Grunde oft auch unbewusst, weil die Beteiligten zum Beispiel nicht daran gedacht haben, dass sie eine Gesellschaft gründen (gemeinsame Miete eines Autos für eine gemeinsame Reise), oder weil sie eine andere Gesellschaft gründen wollten (zum Beispiel eine Aktiengesellschaft), diese aber ungültig ist. Die einfache Gesellschaft ist also auch Subsidiärform (Art. 530 Abs. 2 OR). Das ist immer zu beachten, vor allem wenn in der geplanten Gesellschaftsform die Gesellschafter für die Schulden der Gesellschaft nicht haften sollen (wie bei der Aktiengesellschaft).