2. Aufwertung der stillen Reserven

Art. 670 OR; Art. 725c nOR Aufwertung:

Ist die Hälfte des Aktienkapitals und der gesetzlichen Reserven infolge eines Bilanzverlustes nicht mehr gedeckt, so dürfen zur Beseitigung der Unterbilanz Grundstücke oder Beteiligungen, deren wirklicher Wert über die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gestiegen ist, bis höchstens zu diesem Wert aufgewertet werden. Der Aufwendungsbetrag ist gesondert als Aufwertungsreserve auszuweisen.

 

Zeigt das Ergebnis dieser Bilanz eine Überschuldung, erstellt der Verwaltungsrat eine zweite Bilanz, der die aufgewerteten Liegenschaften und Beteiligungen zum wirklichen Wert zeigt. Der Vorteil dieser Möglichkeit ist, dass das immer zu einer Erhöhung des Eigenkapitals führt. Andere Werte, zum Beispiel Maschinen, müssen nicht auf den Liquidationswert abgewertet werden.

Die alternative Möglichkeit, die Gesellschaft gestützt die Liegenschaften und Beteiligungen weiterzuführen zeigt, dass der Gesetzgeber von der Überlegung ausging, dass Liegenschaften und Beteiligungen zu einem höheren Ergebnis führen kann. Der Fortführungswert kann nie höher sein kann als der Anschaffungswert abzüglich der notwendigen Abschreibungen.

Ist die Fortführungsfähigkeit gesichert, können in diesem Fall stille Reserven auf ihren wirklichen Wert aufgewertet werden. Der Aufwendungsbetrag ist gesondert als Aufwertungsreserve auszuweisen. Die Benachrichtigung des Richters kann in diesem Fall ausbleiben.

Die Aufwertung ist nur zulässig, wenn ein zugelassener Revisor zuhanden der Generalversammlung schriftlich bestätigt, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten sind.