9. Genossenschaft (Art. 828 ff. OR)

Die Genossenschaft ist eine juristische Person und Körperschaft. Sie ist aber keine Kapitalgesellschaft. Das Kopfstimmrecht ist zwingend.

Konzipiert ist die Genossenschaft als Rechtsform für ein Unternehmen, das im Interesse ihrer Mitglieder deren Selbsthilfe bezwecken soll. Viele Genossenschaften, vor allem im Landwirtschaftsbereich, werden diesem Anspruch heute noch gerecht. Die grössten Genossenschaften (z.B. Migros und Coop) entsprechen diesem Ideal nicht mehr ohne weiteres und sind weitgehend «normale Unternehmen».

Neben dem Zweck der Förderung der Selbsthilfe ist für die Genossenschaft kennzeichnend, dass sie nicht gewinnstrebig ist. Der Überschussertrag der Genossenschaft wird nicht auf die Mitglieder verteilt (z.B. im Rahmen einer Gewinnausschüttung), sondern für die Verbilligung und Verbesserung ihres Angebots verwendet (Art. 828 Abs. 1 OR). Das hat zur Folge, dass Genossenschaften, wenn sie ihre Kosten im Griff haben, ihre Leistungen günstiger anbieten können, als ihre gewinnstrebige Konkurrenz (z.B. Migros und Coop). Genossenschaften können aus der fehlenden Gewinnstrebigkeit einen Wettbewerbsvorteil erzielen, weil die gewinnstrebige Konkurrenz einen Teil des Ertrags als Dividende an ihre Mitglieder abführen muss.