2. Öffentliche Übernahmeangebote

Das Angebot ist vor der Veröffentlichung durch eine von der Aufsichtsbehörde anerkannte Revisionsstelle oder durch einen Effektenhändler zu prüfen. Innert 15 Tagen nach der Veröffentlichung des Übernahmeangebots muss der Verwaltungsrat der Zielgesellschaft einen Bericht an die Aktionäre verfassen, in dem er diese über das Übernahmeangebot orientiert und ihnen diejenigen Informationen vermittelt, die nötig sind, um eine Entscheidung in Kenntnis aller Tatsachen zu fällen und eine Empfehlung abgeben. Das Übernahmeangebot muss mindestens 20, darf aber nicht mehr als 40 Tage bindend sein (Art. 14 Abs. 3 und 4 UEV-UEK).

Das Übernahmeangebot kann bedingt erfolgen. Das bedeutet, dass der Bieter nur an das Angebot gebunden ist, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind (Art. 13 UEV-UEK), z.B. dass eine bestimmte Anzahl der Aktien erworben werden kann. Eine Änderung des veröffentlichten Übernahmeangebots kann bis zum Ablauf de Angebots erfolgen, ist aber nur möglich, wenn sie sich zu Gunsten der Empfänger auswirkt (Art. 15 Abs. 1 und 3 UEV-UEK). Die Zielgesellschaft muss alle Anbieter gleich behandeln und ihnen die gleichen Informationen zukommen lassen.

Personen, die direkt oder indirekt oder zusammen mit Dritten mehr als 33 1/3% der Stimmrechte einer in der Schweiz kotierten Gesellschaft erwerben, sind verpflichtet, innert 2 Monaten nach Erreichung dieser Zielgrenze ein Übernahmeangebot einzureichen (Art. 135 FinfraG). Der Angebotspreis muss mindestens dem Börsenkurs entsprechen und darf höchstens 25% unter dem höchsten Preis liegen, den der Anbieter in den letzten 12 Monaten für Beteiligungspapiere der Zielgesellschaft bezahlt hat. Nach Durchführung einer erfolgreichen Übernahme hat der Anbieter das Recht, die übrigen nicht angebotenen Beteiligungspapiere für kraftlos zu erklären, sofern ihm im Rahmen der Übernahme mehr als 98% der Stimmrechte zugekommen sind (Art. 137 FinfraG)