II. Konzerninteresse, Gesellschaftsinteresse und Gesellschaftszweck

Verwaltung und Organe eines Tochterunternehmens dürfen den Konzerninteressen nur folgen, wenn sie mit denjenigen der Tochter übereinstimmen.

Das Gesellschaftsinteresse wird bestimmt durch das gesetzliche Umfeld und den Gesellschaftszweck.

Die Vorteile der Einbindung in den Konzern (“Klumpenchancen”) können gewichtet werden, wenn es darum geht zu überprüfen, ob das Unternehmen im (eigenen) Gesellschaftsinteresse handelt.

Weiter kann der Zweck der Tochterunternehmen als Unterwerfungszweck dem Konzerninteresse angepasst werden; führt dies zu einer Aufgabe der Gewinnstrebigkeit, müssen alle Aktionäre zustimmen.

  • Kontrolle von weniger als 2/3 der Stimmen und von weniger als 50% des Aktiennennwerts: Zweckänderung nicht möglich. Gleichschaltung von Konzern- und Gesellschaftsinteresse scheitert; 
  • Kontrolle von mehr als 2/3 der Stimmen und von mindestens 50% des Aktiennennwerts: Unterwerfungszweck möglich; Gewinnstrebigkeit der Tochter ist aber zu beachten;
  • Kontrolle zu 100%: Unterwerfungszweck und Aufgabe der Gewinnstrebigkeit möglich, auch stillschweigend ohne formellen Beschluss.