1. Begriffe

Das Eigenkapital besteht aus dem Gesellschaftskapital, den Rechnungslegungsreserven, den gesetzlichen und statutarischen Reserven, den stillen Reserven und dem Gewinn. Es ist der Differenzbetrag zwischen den Bruttoaktiven der Gesellschaft und den Schulden gegenüber Dritten (Fremdkapital).

Das Eigenkapital ist die Risikoreserve des Unternehmens. Unternehmen mit einem hohen Eigenkapital geniessen eine hohe Risikofähigkeit; bei Unternehmen mit einem tiefen Eigenkapital ist die Risikofähigkeit eingeschränkt, was im Konkursfall zum Vorwurf gegenüber dem Verwaltungsrat führen kann, die bilanzielle Risikofähigkeit verletzt zu haben.

Für die Höhe des Eigenkapitals gibt es nur die Vorschrift, dass ein Verwaltungsrat haftbar ist, wenn er die bilanzielle Risikofähigkeit verletzt. Nur für Banken gibt es Vorschriften, die das notwendige Eigenkapital festlegen. Das (regulatorische) Eigenkapital wird aber anders berechnet.

Das Grundkapital ist ein Betrag, der in den Statuten bezeichnet ist, einen besonderen gesetzlichen Schutz geniesst und nicht an Aktionäre ausgeschüttet werden darf. Bei der AG ist es das Aktienkapital, bei der GmbH das Stammkapital. Diese rechnerische Haftungsreserve führt dazu, dass Ausschüttungen an Gesellschafter nicht möglich sind, solange das Grundkapital nicht mit Aktiven hinterlegt ist. Das Eigenkapital ist nicht mit dem Vermögen zu verwechseln. Die Haftungsbasis der Gesellschaft ist das Vermögen, nicht das Eigen- oder Grundkapital. 

Zum Teil wird das Wort “Haftungsreserve” für das Grundkapital verwendet. Diese Bezeichnung ist missverständlich. Das Grundkapital ist eine rechnerische, aber keine effektive Haftungsreserve (wie etwa ein Sperrkonto, das ausschliesslich den Gläubigern vorbehalten wäre). Diese rechnerische Haftungsreserve führt dazu, dass Ausschüttungen an Gesellschafter nicht möglich sind, solange das Grundkapital nicht mit Aktiven hinterlegt ist.