7. Genossenschaft

Die Genossenschaft muss kein Grundkapital vorsehen. Wenn der Gesellschaftszweck dies erlaubt (v.a. bei Genossenschaften mit geringen Fixkosten, z.B. einem Kartell oder einem Genossenschaftsverband), kann auf die Festsetzung eines Grundkapitals verzichtet werden. Wird (bei der Gründung) ein Grundkapital (= Genossenschaftskapital) vorgesehen gilt folgendes:

Das Grundkapital darf nicht fest begrenzt sein (Art. 828 Abs. 2 OR).

Das «Prinzip der offenen Türe» verbietet der Genossenschaft, den Zugang neuer Genossenschafter durch ein begrenztes Grundkapital zu verhindern. Die Festsetzung eines Minimalkapitals ist indessen zulässig. Das Genossenschaftskapital ist im Gesetz nicht vorgesehen; es gibt auch keine Vorschriften zu seinem Schutz, sodass die Genossenschaft das Genossenschaftskapital mittels den im Genossenschaftsrecht vorgesehenen Möglichkeiten an die Genossenschafter zurückgeben kann.

Sind Gewinnausschüttungen vorgesehen, muss eine Reserve geäufnet werden.

Gesetzliche Reserve: 5% des Reingewinns müssen während 20 Jahren in einen speziellen Reservefonds einbezahlt werden; hat die Genossenschaft ein Grundkapital, müssen 5% Reserve einbezahlt werden, bis 20% des Grundkapitals erreicht sind (Art. 860 Abs. 1 OR).

Sind keine Gewinnausschüttungen vorgesehen, entfällt die Reserve, weil in diesem Fall ohnehin der ganze Ertrag in der Genossenschaft verbleibt.