a. Grundlagen

Die Aktiengesellschaft kennt eine institutionalisierte Zweiteilung in die Bereiche nicht-geschäftsführende und geschäftsführende Mitglieder.

Geschäftsführende Mitglieder sind die Mitglieder des Verwaltungsrats und werden von der Generalversammlung gewählt.

Die Kompetenzabgrenzung zwischen der Mitgliederversammlung (Generalversammlung, GV) und der Geschäftsführung (Verwaltungsrat) im Aktienrecht ist zwingend (Paritätsprinzip). Einer der Gründe dafür liegt im Umstand, dass die Verwaltungsräte der Verantwortlichkeitshaftung unterliegen. Dieser Haftung könnten sie sich entziehen, wenn die GV Geschäftsführungsbefugnisse erhielte; anders als die Verwaltungsräte unterliegen die Aktionäre, die an der GV ihre Stimme abgeben, keiner Haftung. Diese Gefahr besteht insbesondere in denjenigen Fällen, in denen VR und GV einheitlich kontrolliert werden: bei Gesellschaften, die durch einen Mehrheitsaktionär beherrscht werden (Konzerntochtergesellschaften).