5. Bilanz

Die Gliederung der Bilanz beschreibt die Mittelverwendung (Aktiven) und die Mittelherkunft (Passiven). Zu den Aktiven gehören das Umlaufvermögen und das Anlagevermögen. Das Umlaufvermögen ist unterjährig (flüssige Mittel, Forderungen aus Leistungen und Lieferungen, Vorräte), das Anlagevermögen ist überjährig und besteht aus Finanzanlagen, Sachanlagen und immaterielle Anlagen.

Die Mittelherkunft (Passiven) besteht aus dem Fremdkapital und dem Eigenkapital. Das Fremdkapital besteht aus Verbindlichkeiten und aus Rückstellungen. Das Eigenkapital besteht aus dem Gesellschaftskapital, dem Gewinn (-Vortrag) und den Reserven.

Art. 959 OR; Zweck der Bilanz, Bilanzierungspflicht und Bilanzierungsfähigkeit:

  • Die Bilanz stellt die Vermögens- und Finanzierungslage des Unternehmens am Bilanzstichtag dar. Sie gliedert sich in Aktiven und Passiven.
  • Als Aktiven müssen Vermögenswerte bilanziert werden, wenn aufgrund vergangener Ereignisse über sie verfügt werden kann, ein Mittelzufluss wahrscheinlich ist und ihr Wert verlässlich geschätzt werden kann. Andere Vermögenswerte dürfen nicht bilanziert werden.
  • Als Umlaufvermögen müssen die flüssigen Mittel bilanziert werden sowie andere Aktiven, die voraussichtlich innerhalb eines Jahres ab Bilanzstichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zu flüssigen Mitteln werden oder anderweitig realisiert werden. Als Anlagevermögen müssen alle übrigen Aktiven bilanziert werden.
  • Als Passiven müssen das Fremd- und das Eigenkapital bilanziert werden.
  • Verbindlichkeiten müssen als Fremdkapital bilanziert werden, wenn sie durch vergangene Ereignisse bewirkt wurden, ein Mittelabfluss wahrscheinlich ist und ihre Höhe verlässlich geschätzt werden kann.
  • Als kurzfristig müssen die Verbindlichkeiten bilanziert werden, die voraussichtlich innerhalb eines Jahres ab Bilanzstichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zur Zahlung fällig werden. Als langfristig müssen alle übrigen Verbindlichkeiten bilanziert werden.
  • Das Eigenkapital ist der Rechtsform entsprechend auszuweisen und zu gliedern.

Unter den Aktiven müssen nach Art. 959a OR ihrem Liquiditätsgrad entsprechend mindestens folgende Positionen einzeln und in der vorgegebenen Reihenfolge ausgewiesen werden:

Umlaufvermögen:

  • flüssige Mittel und kurzfristig gehaltene Aktiven mit Börsenkurs,
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
  • übrige kurzfristige Forderungen,
  • Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen,
  • aktive Rechnungsabgrenzungen;

Anlagevermögen:

  • Finanzanlagen,
  • Beteiligungen,
  • Sachanlagen,
  • immaterielle Werte,
  • nicht einbezahltes Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital.

Unter den Passiven müssen ihrer Fälligkeit entsprechend mindestens folgende Positionen einzeln und in der vorgegebenen Reihenfolge ausgewiesen werden:

kurzfristiges Fremdkapital:

  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
  • kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten,
  • übrige kurzfristige Verbindlichkeiten,
  • passive Rechnungsabgrenzungen; 

langfristiges Fremdkapital:

  • langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten,
  • übrige langfristige Verbindlichkeiten,
  • Rückstellungen sowie vom Gesetz vorgesehene ähnliche Positionen; 

Eigenkapital:

  • Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital, gegebenenfalls gesondert nach Beteiligungskategorien,
  • gesetzliche Kapitalreserve,
  • gesetzliche Gewinnreserve,
  • freiwillige Gewinnreserven oder kumulierte Verluste als Minusposten,
  • eigene Kapitalanteile als Minusposten. 

Weitere Positionen müssen in der Bilanz oder im Anhang einzeln ausgewiesen werden, sofern dies für die Beurteilung der Vermögensoder Finanzierungslage durch Dritte wesentlich oder aufgrund der Tätigkeit des Unternehmens üblich ist.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber direkt oder indirekt Beteiligten und Organen sowie gegenüber Unternehmen, an denen direkt oder indirekt eine Beteiligung besteht, müssen jeweils gesondert in der Bilanz oder im Anhang ausgewiesen werden.