1. Grundlagen

Entscheide, die innerhalb einer Gesellschaft gefällt werden müssen, lassen sich ganz grob in zwei Kategorien einteilen: in wichtige Entscheide, die nur durch die Gesellschafter insgesamt gefällt werden können, und in weniger wichtige Entscheide, die durch einen Teil der Gesellschafter gefällt werden können, durch diejenigen Gesellschafter, welche die Geschäfte der Gesellschaft führen.

Das Prinzip ist in allen Gesellschaftsformen das gleiche. Unterschiede bestehen jedoch in der Art und Weise, wie die Kompetenzen zwischen den geschäftsführenden und nicht geschäftsführenden Gesellschaftern abgegrenzt werden.

Die Umsetzung des Prinzips in konkrete Kompetenzabgrenzungsnormen ist von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden. Bei der Aktiengesellschaft ist die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen der Mitgliederversammlung (GV) und der Geschäftsführung (VR) eine andere als bei der Kollektivgesellschaft; bei der Aktiengesellschaft gehen die Kompetenzen des VR weiter als die Geschäftsführungskompetenz der Geschäftsführer und umfassen auch Entscheide, die in der Kollektivgesellschaft den nicht geschäftsführenden Gesellschaftern zustehen.

Beispiele:

Bei der Bestimmung der Geschäftsführer kennt das Recht zwei Wege:

  • Selbstorganschaft:Ist Selbstorganschaft vorgesehen, dann sind – beim Fehlen einer abweichenden Regel – alle Gesellschafter vertretungsbefugt. Dieser Grundsatz gilt in allen Formen, ausser in der AG, der Genossenschaft und dem Verein;
  • Drittorganschaft:Ergibt sich demgegenüber die Geschäftsführungsbefugnis nicht aus dem Gesellschafterstatus, sondern aus einer Wahl durch die Gesellschafter, liegt Drittorganschaft vor. Drittorganschaft kann auch vorliegen, wenn die Geschäftsführer Gesellschafter sind oder sein müssen. Entscheidend ist, dass sie ihre Funktion nicht als Folge eines Automatismus (Selbstorganschaft) ausüben, sondern als Folge einer Drittbestimmung (Drittorganschaft).

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