1. Grundlagen

Das Engagement einer Person in einer Gesellschaft ist fast immer mit einem wirtschaftlichen Risiko verbunden. Das gilt auch, wenn der Gesellschafter nicht für Gesellschaftsschulden haftet: Der Aktionär verliert einen Teil seines Aktienwerts, der angestellte Geschäftsführer seine Stelle etc.

Wenn wir aber von der Haftung des Gesellschafters sprechen, meinen wir seine persönliche Haftung mit seinem persönlichen Vermögen auch über diejenigen Werte, die er für die Gesellschaft eingesetzt hat, hinaus. Die Pflicht des Gesellschafters, zusätzliche Mittel aus seinem eigenen Vermögen zu Gunsten der Gesellschaft oder ihrer Gläubiger zu verwenden, kann als Nachschusspflicht gegenüber der Gesellschaft oder gegenüber anderen Gesellschaftern bestehen oder sie kann eine Haftpflicht gegenüber Dritten sein.

Die Haftung des Gesellschafters gegenüber Dritten kann rechtlich unterschiedlich konzipiert werden:

  • unbeschränkte Haftung der geschäftsführenden Gesellschafter, allenfalls geknüpft an weitere Voraussetzungen;
  • unbeschränkte Haftung der nicht-geschäftsführenden Gesellschafter;
  • Haftung der geschäftsführenden Gesellschafter auf eine bestimmte Haftungssumme beschränkt;
  • Haftung der nicht-geschäftsführenden Gesellschafter auf eine bestimmte Haftungssumme beschränkt.

Der Gründer einer Gesellschaft kann, wenn ihm diese Frage wichtig ist, diejenige Gesellschaftsform auswählen, die seinen Vorstellungen entspricht. Gegebenenfalls muss er dafür Nachteile in Kauf nehmen, die sich aus anderen Sachgebieten ergeben.